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| Die Prinzessin-Files sorgten selbst beim Musiker für einen roten Kopf Märchenhaftes Lesekonzert mit dem Trio soederland.com
Jens KusianBörde Volksstimme, 20. Oktober 2003 Märchen sind nicht nur etwas für Kinder. Das zeigte das Trio soederland.com aus Magdeburg am Freitagabend im S-Forum der Sparkasse in Oschersleben. Dort eröffneten Hermann Naehring, Warnfried Altmann und Ludwig Schumann mit Die Prinzessin-Files die Märchenwoche der Oschersleber Stadtbilbiothek. Oschersleben. Damit hatten selbst die Künstler nicht gerechnet: Ihr Stück Die Prinzessin-Files hielt die ganze Oschersleber Stadtverwaltung in Atem. Sagte zumindest Bürgermeister Dieter Klenke, der unbedingt herausfinden wollte, was der Titel des Lesekonzerts am Freitagabend im S-Forum der Bördesparkasse bedeuten solle. Herausgefunden hatte er es nicht, doch eines konnte er in seiner Eröffnungsrede versichern. Ein Name ist Files nicht, hat das Standesamt recherchiert, sagte er. Was sich hinter dem Titel verbirgt, erlebten er und die knapp 50 Besucher in einem gut zweistündigen Programm. Mit einer Unmenge an Klanginstrumenten zogen der Percussionist Hermann Naehring und der Saxophonist Warnfried Altmann die Zuschauer und -hörer mit frei improvisiertem Modern Jazz in ihren Bann. Dazwischen, praktisch als eine Art Gegenpol, die beruhigende und warme Stimme von Ludwig Schumann, der aus den Prinzessin-Files vorlas: Kurze Episoden aus dem Leben der Märchenprinzessin aus dem Froschkönig, die in die heutige Zeit verlegt wurden und in jeder großen Stadt spielen könnte dass das Trio soederland.com aus Magdeburg kommt und die Geschichte etwaige Ähnlichkeiten mit der Landeshauptstadt widerspiegeln, kann nur Zufall sein. Und so traf die Prinzessin auf König Drosselbart, versetzte ihren Schmuck im Pfandleihhaus, brachte dem Frosch das abendliche Bier beim Fernsehgucken, traf einen bettelnden Punker und stritt sich mit dem gestiefelten Kater eine märchenhafte Geschichte mit jeder Menge Spaß und einem Schuss Erotik. Doch der war es nicht, der zumindest bei Warnfried Altmann für ein hochrotes Gesicht sorgte. Der Musiker presste auch das letzte Quentchen Luft aus seiner Lunge durch Saxophon und Klarinette und gab so der Redewendung aus dem letzten Loch pfeifen eine völlig neue Bedeutung. Selbst Tonkrügen entlockt Hermann Naehring noch Klänge. Märchenonkel Ludwig Schumann begeisterte die Besucher mit seinen Geschichten und mit seiner Ausstrahlung. Dicke Backen und spitze Lippen: Dass Warnfried Altmann zu den besten Jazz-Saxophonisten gehört, stellte der Musiker auch in Oschersleben unter Beweis. Eine märchenhafte Märchenbuchwoche ist vorüberStadtbibiliothek Oschersleben lud mit prallem Programm zu zahlreichen Veranstaltungen ein / Mehr als 300 Besucher kamen Oschersleben (ger). Ob multimediales Liebesmärchen, Märchenrätsel oder Märchen aus dem Orient, die vergangene Woche war für die Oschersleber Stadtbibliothek einfach märchenhaft. Mehr als 300 Gäste, Kinder und Erwachsene, nutzten die vielfältgien Angebote rund um das Thema Märchen. Hier etwas herausheben zu wollen geht einfach nicht, so Anke Gruve von der Kinderbibliothek. Alle Veranstaltungen seien in ihrer Art herausragend gewesen, meinte sie. Lesekonzert, Autorenlesungen, Ausstellungen, ein Märchenrätsel und eine Märchennacht boten zusammen eine märchenhafte Vielfalt, der sich kein Besucher zu entziehen vermochte. Die mehrtägige Veranstaltungsreihe wird dabei sicherlich nicht die letzte dieser Art gewesen sein. Und man darf gespannt sein, was sich die Bibliothekarinnen als nächstes ausdenken. Das szenische Märchenerzählen mit Fabula Drama zog die Kinder förmlich in seinen Bann. Im S-Forum der Bördesparkasse erfolgte der Auftakt mit einem Lesekonzert der besonderen Art (die Prinzessin-Files). MDR-Funkhaus
Lesekonzert mit exzellentem Jazz und spannenden TextenVolksstimme, 28. November 2002 Kultur Heinz Dassuy Magdeburg. Das MDR-Landesfunkhaus ist als Stätte hervorragender Ausstellungen und vielseitiger Veranstaltungen bekannt. Am Dienstag war der Jazz an der Reihe. Die AG Jazz Magdeburg gestaltete ein Lesekonzert mit dem neugegründeten Jazz-Trio soederland.com. Warnfried Altmann Saxophonist der Spitzenklasse und Magdeburgs prominentester Jazz-Interpret, der Perkussionist Hermann Naehring und der Schriftsteller Ludwig Schumann stellten ihr vor kurzem eingespieltes Album Prinzessin-Files vor. Altmann und Schumann hatten bereits vor drei Jahren eine erste CD zu den Frosch-Geschichten von Ludwig Schumann produziert. Dieser Publikation folgten jetzt weitere Geschichten, von den gleichen Künstlern vorgetragen und musikalisch gestaltet. Altmann und Naehring leisteten mit ihren Kompositionen einen wertvollen Beitrag zu fesselnden Jazz-Strukturen, mit denen der Saxophonist erneut bestätigte, dass er sich in kein Schema pressen lässt, dabei aber seine Ausdrucksstärke aus der tiefen Verwurzelung in der Jazz-Tradition schöpft. Die breite Palette des Jazz von zarter Melodik bis Free bot er als einen wahren Klangrausch dar. Und auch Hermann Naehring zeigte sich als ein Instrumentalist, der nicht nur über eine enorme Virtuosität verfügt, sondern auch mit schöpferischen Ideen am Schlagzeug, an Perkussions-Instrumenten und am Vibraphon begeistern kann. In sehr guten Interpretationen brachten beide Musiker das literarische Schaffen Ludwig Schumanns dem locker gestimmten Publikum nahe, das sich offen für seine klaren Prosa-Texte zeigte. Direkt und ohne Schnörkel ging er, teils auch erotisch gestimmt, auf das Alltagsleben seiner Prinzessin ein. Von alberner Komik keine Spur. Schumanns Humor war stets mit ausgeprägtem Gespür für das Wesentliche verbunden. Viel Beifall erhielten auch Altmann und Naehring für ihre Spielweise: kristallklar, dabei aber doch voller Wärme. Sie verstanden es bestens, den Raum für Traumbilder zu öffnen, in denen sehr unterschiedliche Klangformen zusammenfließen konnten. Die gleichzeitig mit dem Konzert erschienene CD Prinzessin-Files wird in ihrer Struktur als klangvolles Hörbuch sicher viele Interessenten finden. Vom Frosch, der nicht zum Prinzen wurde Neue CD vorgestellt Generalanzeiger am Sonntag 1. Dezember 2002, Seite 3 Ohrekreis (ne). Am Donnerstag fand im mdr-Funkhaus der Landeshauptstadt Magdeburg die Premiere der neuen CD vom Trio soederland.com statt. Drei Künstler brillierten auf der Bühne, als sie ihr neuestes Werk, Prinzessin-Files, dem Publikum vorstellten.
Dass gute Musik ihr Zuhause im Ohrekreis hat, liegt daran, dass Warnfried Altmann seine Zelte in Lindhorst und Hermann Naehring in Samswegen aufgeschlagen hat zumindest dann, wenn sie nicht gerade irgendwo zwischen Hamburg und München unterwegs sind. Als freischaffende Künstler haben sie sich beide republikweit und in Europa einen Namen gemacht. So spielte Altmann 1996 auf dem Saxophon anlässlich der Seligsprechung von Bernhard Lichtenberg vor Papst Johannes Paul II. und 130 000 Menschen.Hermann Naehring absolvierte sein Musikstudium an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin im Fach Klavier und Schlagzeug, ein Zusatzstudium asiatischer und afroamerikanischer Musik und komponierte Musik für Hörspiele, Filme, Theater und Hörbücher. Altmann und Naehring haben zusammen mit Ludwig Schumann das Projekt soederland.com auf die Beine gestellt. Hinter soederland.com verbirgt sich eine Symbiose aus verschiedenen Darstellungsformen der Kunst. Mit Hermann Naehring an den Percussions, Ludwig Schumann, Texter und Leser, und Altmann, Saxophon, stehen dann drei Meister ihres Faches auf der Bühne. So geschehen am Donnerstag in Magdeburg. Das Trio bat zum LeseKonzert im Rahmen der Veröffentlichung ihrer CD Prinzessin-Files. Galant las Schumann über Prinzessinnen aus dem Palasttheater, von Fröschen (oder Prinzen?) und vom Kater. Was dahinter steckt? Nicht mehr und nicht weniger als zwischenmenschliche Beziehungen komisch und lustig und rührend und bezaubernd. Ein Hauch von Erotik lag allemal in der Luft. Naehring und Altmann an den Instrumenten begleiteten Schumann und er sie. Ein Hörspiel, könnte man meinen. Woher die Idee zu diesem Projekt? Wir wollten einfach mal etwas tun, das Spaß macht, so Altmann. Und das ist mit Prinzessin-Files auf alle Fälle gelungen. Zu kaufen gibt es die CD unter anderem in Wolmirstedt bei Laun und Grzyb und unter der Telefonnummer 0177/7 31 63 33. Im Ohrekreis würden wir herzlich gern auftreten, immerhin leben ja hier zwei der drei Künstler. Aber das ist offensichtlich schwierig. Wir hatten das Weihnachtskonzert auch angeboten, leider ohne Resonanz, so Schumann. Und so muss der Ohrekreis bis zum nächsten November ausharren, um Altmann in der Haldensleber Kultur-Fabrik zu erleben. Wer nicht so lange warten möchte, der kann am 19. Dezember um 19.30 Uhr zum Weihnachtskonzert Die Sehnsucht bleibt die heile Welt in die Magdeburger Feuerwache gehen. Jana Eggeling soederland.com stellen ihre neue CD vor (märchenhaft) Hermann Naehring, Warnfried Altmann und Ludwig Schumann im MDR Funkhaus Soederland ist die Insel, die sich auf den Leuchtturm freut. Soederland, das sind Hermann Naehring (Percussion), Warnfried Altmann (Tenor- und Sopransaxophon) und Ludwig Schumann (Texte, Erzähler), ihre neue CD: die prinzessin-files, ein Hörbuch. Was nun dieser Leuchtturm ist, auf den sich die drei Männer (drei Seelen, drei Fantasien) freuen und wer die Prinzessin ist, von der sie in ihren Texten und musikalischen Fabulierungen erzählen, wurde den Zuhörern im MDR Funkhaus bis zum Ende nicht enthüllt. Doch mit dem Blick auf die Elbe und das nächtliche Magdeburg konnte sich jede(r) Einzelne seine/ihre Prinzessin vorstellen, mit dem rötesten Mund der Stadt: wie eine Ampel auf Rot im Nebel. Einsamkeit zeichne Prinzessinnen aus, auch wenn sie Frösche haben, die sie beim Squash mit Leichtigkeit an die Wand klatschen (sehr anschaulich dargestellt von Warnfried Altmann: Saxophon und Stimme), Kater, die Zauberer fressen und trotzdem vor die Tür gesetzt werden, Punker, die Free Willy Videos ansehen (was eigentlich ein Geheimnis ist), Könige, die wir Erdbeben sind, nur sanfter... Schon findet man sich wieder in einem Märchen, das eines ist und doch keines ist? Und da die Prinzessin eben eine Prinzessin ist, wird einem nur erlaubt, in Schnappschüssen ihr Leben zu betrachten, kurze Blitzlichter, Episoden, die aufflammen und wieder verglimmen. Man kann nicht bestreiten, wie schnell man gefangen ist von der Prinzessin, ihrer Einsamkeit, der samtigen Fülle ihrer Lippen, die sie liebt, wenn sie liebt. Ebenso gefangen (doch keineswegs befangen wie Frösche zum Beispiel manchmal sind) scheinen Hermann Naehring und Warnfried Altmann, wenn sie in ihrer Musik solch ein Blitzlicht aufgreifen und dem nachspüren, was da flackert. Der warme Saxophonton Altmanns, weiche Melodien, zusammen mit den tragenden Klängen und Rhythmen Naehrings (Marimbaphon, indischer Tonkrug und viel mehr) eröffnen eine faszinierende Weite, irgendwo zwischen wohliger Zufriedenheit, trauriger Einsamkeit, flirrender Spannung und einem kleinen verschmitzten Grinsen zwischendurch. An anderer Stelle zeugen harte, direkte Sopransaxophontöne mit passender, wilder Perkussion von Wut und Verzweiflung (Noise in the Plattenbau. Einfühlsam und gespannt scheinen sie sich der Prinzessin zu nähern, einem Faszinosum, das sie umspielen umfließen. Warum kann ich jetzt nicht das Wasser sein, das sie umfließt? denkt sich dabei der Frosch und darf schließlich doch in ihr Badewasser springen und... Susanne Huber
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