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Peter Kowald über Irini Brattidie ersten arbeiten, die ich von irini bratti sah, waren kleine, manchmal nur briefmarkengrosse sehr farbige bildlein, die sie für ihre freunde machte; etwas später dann bei ihrer familie schön gemalte blumenbilder, mutter, schwester und tanten hatten sie an den wänden ihrer wohnungen. als sie dann anfang der 90er nach deutschland kommt, schenkt sie mir eine art tetraptychon, vier aufeinander bezogene etwa a4 grosse papierarbeiten, die mein leben andeuten, deuten, es zusammenfassen und ihm gleichzeitig eine richtung geben: da ist schon so eine klarheit, eine frühe reife, eine richtigkeit zu sehen und zu spüren und mir kommt der gedanke, dass da wohl noch viel mehr zu erwarten sein wird. dann bei einem rom-besuch im museum für zeitgenössische kunst zum ersten mal dass sie vor grossen arbeiten der modernen kunst steht, ich erinnere mich an burri und fontana, an einem vormittag, sonst kaum besucher an diesem stillen ort. und irini die sanfte stampft mit dem fuss auf, das es durch den hohen raum hallt, und sagt mit überzeugung: das will ich auch. und nun geht es in wuppertal - es gibt bald ein atelier - richtig an die arbeit, auf den knien meistens, am boden, ausprobieren von materialien und farben, verwerfen bis zum zerstören, aber auch übermalen, zerschneiden und neu zusammensetzen, alles wird ausprobiert. und auch abgeschaut wird und sich abgeholt: bei penck und beuys, bei felix droese und martin disler, ihre wachheit und aufmerksamkeit ist immer lebendig, fast sprühend, aber auch gelassen. anfangs will sie meine meinung, sucht ratschläge, aber dann bald auch nicht mehr und von niemandem, immer mehr und ausschliesslicher holt sie ihre entscheidungen wie die dinge auszusehen haben aus sich selbst, sicherheit und klarheit wachsen. die idee noch die akademie in düsseldorf zu besuchen hat sie längst verworfen. sie arbeitet konzentriert und ohne spekulationen die den kunstmarkt und ihre mögliche position darin betreffen, schielt nicht nach links und rechts. sucht jedoch trotz ihres bezuges auf sich selbst immer wieder das gespräch, den austausch, die diskussion, spricht auch in ihren titelgebungen immer wieder vom miteinander sprechen. als sie 1999 deutschland wieder verlässt, nimmt sie einen werkblock von etwa 900 arbeiten mit zurück in ihre heimatstadt patras in griechenland, wo sie jetzt lebt und arbeitet und inzwischen allerhand angezettelt hat an gruppen- und einzelausstellungen und das auch in athen und jetzt hier ihre erste wieder in deutschland. peter kowald juli 2002 |
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