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Laura Hernández
OMNIA
Ausstellung des VIERUNG Kunstvereins Magdeburg
vom 26. 10.-26.11.2000
im mdr-Landesfunkhaus

"Mein Projekt heißt OMNIA, weil ich nichts weniger als die Empfindung der Ganzheit, des Allumfassenden, vermitteln will. Ich habe kein anderes Ziel und kein anderes Interesse...Im Innern meiner Imagination ist letztendlich alles Traum und ich bin ein Traum, der die ganze Menschheit träumt."
Laura Hernández

OMNIA ist eine Reise zu den Ursprüngen, eine alle Sinne ansprechende Initiation in die Welt der Mythen, Legenden, Träume und kosmologischen Vorstellungen der altmexikanischen Kulturen.
Laura Hernández gehört zur jungen Generation mexikanischer Künstler, die sich mit dem jahrtausendalten Erbe der präkolumbischen Kulturen Mexikos auseinandersetzen.
Die Künstlerin wurde 1960 in Oaxaca geboren, dem geheiligten Land der Zapoteken und Mixteken. Monte Alban und Mitla, zwei der beeindruckendsten Tempelanlagen Mittelamerikas, zeugen noch heute von einer bedeutenden Hochkultur, die vor allem in der Volkskunst, im Kunsthandwerk und in den mündlichen Überlieferungen weiterlebt. Die Vertreter der Oaxaca-Schule, allen voran Rufino Tamayo, Francisco Toledo und Rodolfo Morales, zählen heute zu den international bedeutendsten Vertretern der Kunst Mexikos. Laura Hernández Projekt OMNIA ist der großartige Versuch, mit modernen künstlerischen Mitteln die komplexen Vorstellungswelten ihrer Vorfahren wiederzuerwecken.

OMNIA ist ein Experiment von Schönheit und Wirklichkeit, das den Besucher miteinbezieht in das künstlerische, spirituelle, mysteriöse und magische Werk von Laura Hernández.

Das Schaffen von Laura Hernández schöpft aus der dualen Vorstellung der Realität, das die zerstörten mittelamerikanischen Kulturen prägte. Im alten Mexiko traten Tod und Leben als allgegenwärtige und unteilbare Wirklichkeit zutage, wie zwei Erscheinungsformen ein und desselben Antlitzes. In der Gestalt des Ometéotl, Gott und Prinzip der Dualität, verkörpert sich die Einheit aller Gegensätze: Leben und Tod, Vergangenheit und Zukunft, Aufbau und Zerfall, Mann und Frau, Wissen und Gefühl. Es ist dieser Widerstreit der Gegensätze, der den Kosmos und die Geschichte in Bewegung hält.
Die Ausstellung OMNIA, deren Konzept Laura Hernández während eines langen Aufenthaltes in Indien entwickelte, ist eine künstlerische Auseinandersetzung mit den universalen Fragen der Menschheit.... Der Ausstellungsbesucher wird Teil einer „künstlerischen Zeremonie“. Auf seiner Reise vom Totenreich ins Leben, vom Dunkel ins Licht, begegnen ihm in Gemälden, Skulpturen und Inszenierungen Sinnbilder, die fremd und doch zugleich urvertraut erscheinen. Laura Hernández OMNIA-Projekt evoziert die unbegreifliche Totalität des Kosmos, das Mysterium der Schöpfung, den Übergang von der Geburt zum Tod und zur Wiedergeburt in Transzendenz und Poesie...

Mit dem OMNIA-Projekt von Laura Hernández wird der mythisch-magische Diskurs der Kulturen der Neuen Welt nach den OMNIA-Ausstellungen im Museum Bochum und dem Museum of Latin-American Art in Long Beach nun auch in Magdeburg dem Kunstinteressierten zugänglich. OMNIA ist in vierjähriger Arbeit der Künstlerin entstanden als eine engagierte künstlerische Antwort auf das Verschwinden der Sinnlichkeit in unserer übertechnisierten Welt.
Sepp Hiekisch Piccard, Museum Bochum

"Die alten Kulturen der Menschheit finden sich heute zunehmend in die Defensive gedrängt durch technologischen Fortschritt, ökonomische und soziale Globalisierungstendenzen und voranschreitende Zerstörung der natürlichen Ressourcen. Fernsehen, elektronische Datenverarbeitung, weltweite Vernetzung der Kommunikationsmittel sind die neuen Protagonisten unseres Lebens geworden, während gleichzeitig die wunderbaren Hindu-Zeremonien Indiens oder die mexikanischen Fiestas im Verschwinden begriffen sind. Die Welt wird uniformer, von einer einzigen Kultur dominiert, mittelmäßig."
Laura Hernández

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