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Magdeburgs Stadtbaurat ist um 1900 eher skeptisch, Albinmüller in ein Lehramt an der Magdeburger Kunstgewerbe- und Handwerkerschule zu berufen. Man hält hier nicht viel von solchen Neuerern wie van de Velde, Olbrich, Behrens. Dass er ein fundiertes Wissen über die bewährten Stile mitbringt, qualifiziert ihn denn doch für das Lehramt. Im Mai 1900 kann Albinmüller seine Lehrtätigkeit aufnehmen - und er nutzt sie entschieden, einen neuen Geist in die Lehranstalt zu bringen. Mit seinem Namen sind die großen Erfolge der Magdeburger Schule 1904 zur Weltausstellung in Saint Louis verbunden. Hier erregten seine für das Stolbergsche Hüttenamt in Ilsenburg/Harz entwickelten Briefbeschwerer, Leuchter und Tischuhren in Gusseisen sowie das moderne Herrenarbeitszimmer für das Kaiser-Friedrich-Museum großes Aufsehen. Albinmüller erhält einen Grand Prix der Weltausstellung. Mehrere Goldmedaillen für die beteiligten Künstler und Handwerker werden ausgereicht. Der neue Ruf Magdeburgs als Zentrum moderner Gewerbekunst ist begründet. Nur, leider, reicht er nicht über die Zeit des ersten Weltkrieges hinaus. Was übrigens nicht zurückkommt, sind die Exponate. Sie werden nach New York verkauft. Bis 1906 lehrt Albinmüller an der Magdeburger Schule. 1906 wird er als Professor an die Technische Hochschule Darmstadt berufen. Gleichzeitig wird er eines der ersten Mitglieder der Darmstädter Künstlerkolonie. Hier trifft er auf den Bildhauer Bernhard Hoetger, mit dem er u.a. am Darmstädter Löwentor arbeitet. Die Reformideale der Jugendstil-Protagonisten fallen dem Ersten Weltkrieg zum Opfer, die meisten Werke Albinmüllers, die das neue, reformerische Raumgefühl aufzeigen, dem Zweiten Weltkrieg. Kaum einer seiner Entwürfe hat sich in der Gesamtheit erhalten. Einzig das Sanatorium Dr. Barner in Braunlage. Von Albinmüller stammen die Entwürfe für die Einfamilien- und Reihenhäuser in Darmstadt-Mathildenhöhe (1913), das Magdeburger Krematorium (1919), das Boelcke-Denkmal in Dessau (1921), das Theater in Dessau (1923), die Deutsche Vereinsbank in Darmstadt, das Löwentor in Darmstadt (gemeinsam mit Bernhard Hoetger). Zukunftsweisend sind Albinmüllers Entwürfe für zerlegbare, transportable Holzhäuser, für die er jedes Detail, auch die Inneneinrichtung, entwirft. Eine Sternstunde in Schaffen Albinmüllers ist seine Arbeit für das Ausstellungsgelände im Magdeburger Rotehornpark samt Ausstellungsturm (1927). Er macht mit dieser Arbeit Magdeburg zur "Mustermetropolis des Ausstellungswesens", wie internationale Zeitungen damals lobend schrieben. Leider ist das Ausstellungsgelände 1945 durch amerikanischen Artilleriebeschuss weitestgehend zerstört worden. Um so wichtiger ist die Restaurierung der vom damaligen Ausstellungsgelände einzig noch erhaltenen Bauten, der von Johannes Göderitz geplanten Stadthalle und der beiden Zeugnisse Albinmüllerscher Baukunst, des Ausstellungsturmes und des Pferdetores. |
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Albinmüller. Aus meinem Leben. Maschinenschrift. Darmstadt o.J.
Albinmüller. Die architektonische Gestaltung der Ausstellung. In: Volksstimme. 10.07.1927 Bauten der deutschen Theater-Ausstellung. In: Deutsche Kunst und Dekoration (DkuD). 1927 Feldhaus, Erich. Neuere Arbeiten von Prof. Albinmüller. Berlin 1928. Gerlach, Hans-Karl. Die mitteldeutsche Ausstellungsgesellschaft mbH von der "MIAMA" 1922 bis zur Deutschen Theaterausstellung 1927. Maschinenschrift. Magdeburg. 1990 Gräfe, Babette. Historischer Abriss zum denkmalpflegerischen Konzept Aussichtsturm - Rotehorn Park Magdeburg. Magdeburg 1999 (Kossel, Simon und Partner GbR) Gräfe, Babette. Im Aussichtsturm befand sich einst die seltsamste Gaststätte der Welt. Volksstimme 22.04.2000 Gräfe, Babette. Er holte Natur in die Räume. Volksstimme 24.03. 2001 Krusche, Friedemann. Um das Welttheater wohl verdient gemacht...Volksstimme 21.09.1998 Kürschners deutscher Gelehrtenkalender Jg.4. 1931 Vollmer, Hans. Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des 20. Jahrhunderts Bd.1. 1953 Wedemeyer, Alfred. Die Deutsche Theater-Ausstellung in Magdeburg. In: Deutsche Bauzeitung. August 1927 Wille, Manfred. Magdeburgs Aufbruch in die Moderne. Landeshauptstadt Magdeburg. 1995. Fotografien Archiv Stadthallen Magdeburg, Stadtarchiv Magdeburg Ludwig Schumann / Simone Rauhut |
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